Erwachsenenbildung Chile-Kino - ab 11. November

„Von Freiheit und Versöhnung“
Eine Filmreihe zum aufbrechenden Licht im Dunkeln

Nicht selten sind es die finstersten Momente, in denen die Perlen des Lebens am nachhaltigsten leuchten. Nicht selten sind es die Scheidewege, an denen sich zeigt, was im Leben wirklich zählt...
Stefan Gruden,
Im Rahmen unserer ökumenischen Erwachsenenbildung tauchen wir mit drei erstklassigen, dabei sehr unterschiedlichen Filmen ein in menschliche Schicksale, die genau davon erzählen und uns auf eine Weise berühren und bereichern, wie das nur Filme können. Es erwartet uns dabei keine leichte Kost, die schnell verdaut und wieder vergessen ist, sondern eine Entdeckungsreise dorthin, wo es wesentlich wird.
Jedem Film stellen wir eine kurze Einführung voran. Im Anschluss besteht für alle, die wollen, die Gelegenheit, über das Gesehene und Erlebte bei einem Glas Wein oder einer Tasse Tee ins Gespräch zu kommen.
Es ist keine Anmeldung erforderlich, der Eintritt ist frei - seien Sie herzlich eingeladen!

Johanna Breidenbach, Martin Pedrazzoli & Stefan Gruden

1. Abend: 11. November 2021; 19.30 – ca. 22.00 Uhr; Kath. Pfarreisaal, Elgg
„Man muss mich nicht lieben“ (Orig.: «Je ne suis pas là pour être aimé»)
Ein Film von Stéphane Brizé (F 2005)
Dauer : 90 Minuten
Vorführsprache: Deutsch
mit Patrick Chesnay, Anne Consigny u.a.
Der geschiedene Jean-Claude arbeitet zusammen mit seinem Sohn als Gerichtsvollzieher und glaubt schon seit Langem nicht mehr daran, dass ihm das Leben Freude bereiten kann. Auf Anraten seines Arztes, sich mehr zu bewegen, betritt er ein Tanzstudio – und ahnt dabei nicht, was damit in seinem Leben in Gang gesetzt wird.
Ein sehr französischer, leise erzählter Film über Einsamkeit und Liebe, über das Älterwerden und neue Aufbrüche – und darüber, wie Versöhnung geschehen kann.

2. Abend: 18. November 2021; 19.30 – ca. 22.00 Uhr; Kath. Pfarreisaal, Elgg
„Manchester by the Sea“
Ein Film von Kenneth Lonergan (USA 2016)
Dauer: 138 Minuten
Vorführsprache: Deutsch
mit Casey Affleck, Lucas Hedges, Michelle Williams u.a.
Nach einem dramatischen Schicksalsschlag zog Lee Chandler vor Jahren aus seiner Heimatstadt Manchester an der Ostküste der USA nach Boston, wo er ein Leben als grüblerischer Einzelgänger führt. Nach Jahren kehrt er auf Wunsch seines eben verstorbenen Bruders in seine Heimat zurück – er soll sich dort um dessen 16-jährigen Sohn Patrick kümmern. Doch abgesehen davon, dass er nicht weiss, ob er der Rolle des Ersatzvaters gewachsen ist, reisst die Heimkehr alte Wunden wieder auf. Lee muss sich seiner eigenen Vergangenheit stellen, um wieder ins Leben zurückfinden zu können.
Ein wunderschön fotografierter, tief bewegender Film mit überragenden schauspielerischen Leistungen über Schuld und Versöhnung, über die scheinbare Unmöglichkeit von Normalität nach der Katastrophe – und darüber, wie erste Schritte ins Freie gelingen können.

3. Abend: 25. November 2021; 19.30 – ca.22.00 Uhr; Kath. Pfarreisaal, Elgg
„Von Menschen und Göttern“ (Orig.: Des hommes et des Dieux»)
Ein Film von Xavier Beauvois (F 2010)
Dauer: 122 Minuten
Vorführsprache: Deutsch
mit Lambert Wilson, Michael Lonsdale u.a.
Die auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte führt uns in ein Trappisten-Kloster nach Tibhirine im algerischen Atlasgebirge, wo neun Mönche in friedlicher Nachbarschaft mit der muslimischen Dorfbevölkerung leben.
Als sich die politische Lage ändert und radikale Islamisten alle Ausländer auffordern, das Land zu verlassen, stellt sich für die Mönche die Frage: Flüchten sie und lassen die Dorfbevölkerung im Stich oder bleiben sie und stehen mit allen Konsequenzen dafür ein, was ihnen wichtig und heilig ist?
«Ein grosser Film auf der Höhe von Nathan, der Weise», wie die FAZ urteilte. Mit unaufgeregten, dafür umso eindringlicheren Bildern und schauspielerischen Leistungen werden wir Teil der atemberaubenden Geschichte, wie sich die Mönche der folgenschwersten Entscheidung ihres Lebens stellen und sich fragen: Wofür lohnt es sich zu leben und zu sterben? Was glauben wir? Was ist uns heilig?